Scholz Bei Lanz

 + Regieren? Noch nein danke + Theater: Zwölf Stunden Seelenschmerz, Demütigung und Gewalt – wie hält man das aus? + ÖPNV: Da geht was – oder nicht? + U21: Die Zukunft der Hochbahn beginnt – jetzt + Trinkfreude und ihre (neuen) Grenzen + Höchstes Holzhaus +
 

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   ZEIT Brief für Hamburg23.11.2017elbvertiefung – Jeden Tag ZEIT für Hamburg     Wir starten ähnlich wie gestern mit dicken Wolken. Gegen Mittag pustet der Wind sie aber beiseite, ab und zu kommt die Sonne durch und wärmt die Luft bis auf 13 Grad auf. Am späteren Nachmittag fällt auch etwas Regen – zufälligerweise dann, wenn der Meteorologe Feierabend macht …    Guten Morgen, Sigrid Neudecker / Foto: Gretje Treiber nur eine unverbindliche kleine Prognose: In ein paar Tagen wird sich die SPD melden. Bei uns allen und bei der Union, die mit nassem Hemd und mindestens einer nassen Bluse samt schreckgeweiteten Augen in Berlin herumsitzt. Die Sozis werden etwas knurren wie: »Einer muss es ja machen. Für Europa. Für die Demokratie. Gegen all die Despoten und Irren in der Welt. Aber wenn wir es machen, dann nach unseren Bedingungen, roger?«
 
Roger heißt in dem Fall: Angela Merkel. Der warf Olaf Scholz, Hamburger Bürgermeister und SPD-Vize, gestern im ZDF bei »Markus Lanz« ziemlich unmissverständlich Führungsschwäche vor: »Wir haben ein Leadership-Problem in Deutschland«. Vorher hatten Gastgeber Markus Lanz und der Journalist Wolfram Weimer unser verschmitzt dauergrinsendes Stadtoberhaupt, nebenbei DER aktuelle Hoffnungsträger der SPD, nach Kräften gelöchert. Warum er – also: die SPD – nicht doch über ihren Schatten springe und sich erneut an einer Großen Koalition beteilige. Lanz: »Sie können doch im Moment alles diktieren. Warum tun Sie es nicht?«
 
Olaf Scholz verlegte sich zunächst darauf, in Schachtelsätzen (Lanz: »Sie sprechen heute ein bisschen wie vom diplomatischen Dienst«) auf den gefühlten Wählerwillen hinzuweisen: Mehr als die Hälfte der Bevölkerung wolle Neuwahlen. Obwohl, andere sähen das anders. Man müsse das bewerten... Dabei hatte Wolfram Weimer anfangs noch erzählt, Scholz sei bei der entscheidenden SPD-Sitzung einer von zwei SPD-Männern gewesen, der abgeraten habe, die Haltung der SPD dermaßen hart zu formulieren, dass man für eine Große Koalition nicht mehr zur Verfügung stehe.
 
Nun konstatierte Weimer schließlich: »Ich glaube, Sie wollen wirklich Neuwahlen – ich glaube nur, das wird der SPD nicht gut bekommen.« Lanz: »Kommt darauf an, wer der Parteivorsitzende ist.« Weimer: »Und der Kanzlerkandidat.«
Lanz (zu Scholz): »Ist für Sie Martin Schulz als Kanzlerkandidat gesetzt?«
Scholz antwortete mit einer typischen Scholz-Formulierung: »Der Parteivorsitzende hat gesagt, die Frage wird beantwortet und entschieden, wenn es so weit ist. Und es ist noch lange nicht so weit.« (Gelächter im Publikum.)
Lanz fasste dann zusammen: »Olaf Scholz schließt die Große Koalition nicht aus.«
Und schließlich sagte Scholz das mit dem Leadership-Problem.
Mal sehen, was in ein paar Tagen passiert.

 

Regieren? Noch nein danke

Annäherung auf Bundesebene – Zickereien in Hamburg. Während sich die Führungsriegen der großen Volksparteien allmählich zusammenzuraufen scheinen, um das Scheitern der Jamaika-Verhandlungen abzufedern, hagelt es in der Aktuellen Stunde der Hamburger Bürgerschaft massenhaft Schuldzuweisungen. Die FDP bekam dabei noch einmal ihr Fett weg; nichts zu tun sei Machtmissbrauch, zitierte beispielsweise Andreas Dressel (SPD) einen FDP-Slogan: »Dieser fällt ihnen jetzt auf die Füße.« Eine Anmerkung, die mitnichten als Indiz für die Annäherung seiner eigenen Partei an eine große Koalition zu verstehen sei. »Die SPD ist kein Notnagel«, so zeigte Dressel klare Kante. Zwei Große Koalitionen in den vergangenen zwölf Jahren hätten gezeigt, dass diese Konstellation der deutschen Demokratie nicht guttue und dadurch nur die Ränder gestärkt worden seien. Bereits am Sonnabend hatte auch Bürgermeister Olaf Scholz bei einem außerordentlichen SPD-Landesparteitag zu einer GroKo erklärt: »Wir stehen nicht bereit.« Gestern verhielt sich der SPD-Bundesvize allerdings ruhig; kein Kommentar zum Thema. Am selben Tag hatte SPD-Chef Martin Schulz konstruktive Mitarbeit auf der Suche nach einer stabilen Regierung zugesichert. Sowohl eine Schwarz-rote-Regierung als auch die Unterstützung einer Minderheitsregierung scheint für viele SPD-Landeschefs nicht mehr ausgeschlossen. Auch der SPD-Bundestagsabgeordnete Johannes Kahrs aus dem Wahlkreis Hamburg-Mitte hatte sich für die große Koalition ausgesprochen. Nur in der Hamburgischen Bürgerschaft war davon so wenig zu spüren. Grund für André Trepoll (CDU) schließlich zu fragen, woher diese Lust auf Opposition komme, wieso die SPD lieber schmollend in der Ecke sitze.       ANZEIGE WEIHNACHTSMÄRKTE  WEIHNACHTSMARKT BAD BRAMSTEDT Anzeige: ZERBE An allen drei Weihnchtsmarkttagen erwartet Sie ein abwechslungs- reiches Bühnenprogramm vor der Kulisse des Bad Bramstedter Schlosses und der illuminierten Rolandstatue. Der Weihnachtsmarkt findet auf dem Bleeck und im Schloss, im Herzen von Bad Bramstedt, statt.

Freitag 8.12. von 17 bis 22 Uhr (feierliche Eröffnung)
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Sonntag 10.12. von 11 bis 18 Uhr     LÜBECKER WEIHNACHTSZAUBER Anzeige: Lübeck Travemünde Marketing  Das Weihnachtswunderland für Familien öffnet erstmals am Europäischen Hansemuseum seine Tore und lädt zu Spiel und Spaß auf der Kindereisbahn um im Wichtelwald ein.
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22.11.2017 bis 1.1.2018
Lübeck und Travemünde Marketing GmbH
Holstentorplatz 1, 23552 Lübeck            ÖPNV: Da geht was – oder nicht?

Wer auf die S-Bahn angewiesen ist, hat es in Hamburg nicht immer leicht. Im Gegensatz zur unterirdischen Schwester, der U-Bahn, kränkelte sie zuletzt immer wieder, war zu störungsanfällig, fuhr manchmal überhaupt nicht mehr. Was die SPD und Grünen zum Anlass für einen Bürgerschaftsantrag nahmen – um dabei noch einmal vorzustellen, welche Maßnahmen in der von Regierungskoalition und Senat eingeläuteten »Dekade des Schnellbahnausbaus« bereits auf den Weg geschickt wurden. Doch nicht alles, was geplant ist, ist bislang durchfinanziert. Von einem »Schaufensterantrag« sprach unter anderem Dennis Thering (CDU): Hochtrabende Worte, dabei sei bislang recht wenig geschafft worden. Dass beim U5-Projekt die Kosten- und Finanzierungsfrage noch nicht geklärt sei und mit Bundesmitteln gerechnet werde, bezeichnete er als »All-inclusive-Mentalität«. Die geplante anteilige Vorfinanzierung von der Stadt kritisierte Ewald Aukes von der FDP ebenfalls: »Da wird suggeriert, dass es vorangeht, aber es herrscht Stillstand.« Geht es nun voran oder nicht? Der ÖPNV sei eine elementare Säule, die viele Kritik berechtigt, sagte dann auch Verkehrssenator Frank Horch, man arbeite mit allen beteiligten Partnern daran: »Wir räumen dieser Tatsache hohe Priorität ein.«

 

U21: Die Zukunft der Bahn beginnt – jetzt

Gleich weiter mit dem öffentlichen Verkehr: Erinnern Sie sich noch an die gewitzte Idee, mit der die Hamburger Hochbahn den Füllstand ihrer Züge transparent machen will? Vielleicht haben Sie die Platzampel ja selbst schon getestet. Noch mutet das »intelligente« Verkehrsprojekt etwas putzig an – die Intelligenz stellen schließlich die vier Azubis, die die Lämpchen manuell einstellen. Aber lassen Sie sich gesagt sein: Das ist erst der Anfang. Pfiffige Ideen schmieden gehört nämlich bei der Hochbahn demnächst zur Unternehmenskultur, alle machen mit, von Hipstern lernen ist die Losung und U21 nicht etwa eine neue Linie, sondern die Zielgruppe. Klar, dass sich da auch mal was verzögert, Projektarbeit halt. Also: Chillen Sie! Machen Sie sich locker für den ÖPNV der Zukunft! Hier rollt das nächste große Ding auf uns zu – und was das für Sie bedeutet, erklärt Christoph Twickel in der aktuellen ZEIT:Hamburg, hier oder ab heute am Kiosk.       Verlagsangebot Diese WocheTOP1TOP2TOP 3            ANZEIGE WEIHNACHTSBOUTIQUE  GESCHENKE MIT PFAU-EFFEKT! Anzeige: Tierpark Hagenbeck Expeditionen durch das Tropen-Aquarium, Spaziergänge durch die facettenreiche Parklandschaft und coole Entdeckungstouren durch das Eismeer. Einmal gekauft, ist die Jahreskarte für den Tierpark und das Tropen Aquarium 365 Tage lang gültig. Überraschen Sie Ihre Liebsten mit etwas Besonderem und sorgen Sie für Vorfreude auf das neue Jahr – Geschenke mit Pfau-Effekt.

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Schnell in den Kiosk, Limo oder Bierchen zischen – im Sommer eine super Idee. Weniger super ist allerdings, dass Tausende andere in der Stadt genauso denken. Das hat Folgen: Anwohner klagen über umherschweifende und cornernde Schluckspechte, die Vorgärten und Hauseingänge mit Toiletten verwechseln. Und Gastronomen klagen über diejenigen, die das Klosett zwar noch identifizieren können, jedoch den Club oder die Kneipe nur noch mit diesem Ziel aufsuchen – und zur kostengünstigen Verpflegung wieder Kurs nehmen auf den nächsten Kiosk. Auf dem Kiez und in der Schanze wird das Freiluftfeiern zum Problem, deshalb will Bezirksamtsleiter Falko Droßmann in Hamburg-Mitte nun Lösungen schaffen. Eine Gesetzesänderung soll her, oder gleich zwei: Im Gaststättengesetz könnte etwa verfügt werden, dass auch Läden, die Alkohol nur flaschenweise verkaufen, eine Gaststättenkonzession brauchen – womit Kiosk und Bar einander angeglichen würden. Und das Ladenschlussgesetz, das auch Supermärkte und Ähnliches betrifft, könnte ein befristetes und örtlich begrenztes Alkoholverkaufsverbot regeln, wie Bezirksamtssprecherin Sorina Weiland erklärt. »Manche kennen das noch: Früher, als man um 22 Uhr an die Tankstelle ging, gab es da kein Bier mehr.« Natürlich ist das Ganze nicht so einfach, wie es klingt. Gesetze ändert kein Bezirkschef, sondern das ist Bürgerschaftssache – wenn sich ein Abgeordneter des Themas erbarmt und einen Antrag stellt. Das Gerücht, Droßmann wolle sich zum Fototermin auf einen Kiosk stellen, um seine Entschlossenheit zu untermauern, blieb übrigens bislang ein Gerücht.

 

»Meine Figur bekommt immer wieder Gewalt ab«

Zwölf Stunden Seelenschmerz, Demütigung und Gewalt: Das erleben die Besucher – besser: Teilnehmer – des Theaterprojekts »Das halbe Leid« so direkt, als sei es echt. Die Produktion des Ensembles SIGNA für das Schauspielhaus soll das Leid erfahrbar machen und Empathie fördern. Für die Teilnehmer ist morgens alles überstanden. Die Darsteller durchlaufen die Grenzerfahrung Nacht für Nacht. Wie es ihr damit geht, erzählt die Schauspielerin Sonja Pikart im Interview.
 
Elbvertiefung: »Das halbe Leid« läuft oft mehrere Nächte in Folge – wie halten Sie das aus?
Sonja Pikart: Nicht so gut, wie ich dachte. Es ist schon sehr hart, was man der eigenen Seele für Signale schickt. Wir spielen zwölf Stunden, dann haben wir zwölf Stunden frei. In dieser Zeit schläft man – das heißt, wir sehen dann nie die Sonne. Aber wir sind ein gutes Team und fangen uns gegenseitig gut auf – auch wenn wir nur wenige Stunden am Tag außerhalb der Rolle miteinander verbringen.
 
EV: Ihre Figur Pamela wird körperlich angegriffen und gedemütigt. Gab es vor der Produktion Übungen, um sich psychisch zu wappnen?
Pikart: Nein. Ich glaube, das ist gar nicht möglich. Natürlich weiß man vorher, dass es nicht einfach wird. Aber dann kommt die Realität dazu und erzählt einem noch mal eine andere Geschichte. Es gibt kein Skript, wir improvisieren und reagieren auf alles. Was diese Arbeit bedeutet, merkt man erst, wenn man sie macht.
 
EV: Zurück zum Stück: Pamela wurde von ihrem Vater misshandelt, ihre Mutter haute ab, als sie drei war. Sie hat nie geschafft, sich aus dem Elend zu befreien …
Pikart: Also findet sie sich ab mit ihrer Situation. Sie lebt sehr in der Gegenwart und denkt wenig über Vergangenheit oder Zukunft nach. Das liegt auch an ihrer Psychose. Pamela fürchtet ständig, sie werde abgehört oder jemand nehme ihr etwas weg. Deshalb glaubt sie, sie dürfe ihre eigenen Gedanken gar nicht denken. Für mich, die ich geistig gesund bin, ist das eine schlimme Vorstellung.
 
EV: Wie haben Sie sich auf die Rolle vorbereitet?
Pikart: Ich habe sehr viel zu Psychosen und zu Obdachlosigkeit recherchiert. Aber das reicht nicht, man muss an sich selbst herangehen. Bei den Proben haben wir uns deshalb auch gefragt: Was ist mein Leid im Leben? Damit muss man sich auseinandersetzen, wenn man so etwas spielen will.
 
EV: Das ist eine sehr intensive Vorbereitung. Welche Momente im Stück haben Sie besonders getroffen?
Pikart: Meine Figur bekommt immer wieder Gewalt ab. Trotzdem hält sie an dem Glauben fest, dass Menschen sich ernsthaft entschuldigen und auch mal etwas Gutes tun. Das hat mich sehr beschäftigt, weil ich dachte: Das verrät viel über unsere Gesellschaft, dass die gutmütigen Menschen oft ganz unten landen, wo ständig nach ihnen getreten wird.
 
EV: Die Teilnehmer des Stücks erleben alles aus nächster Nähe mit. Welche Wirkung hat das?
Pikart: Die meisten lassen sich darauf ein. Das hätte ich vorher nicht erwartet. Viele machen die Nächte mit uns durch, zeigen sich solidarisch und trösten uns. Aber es gibt auch immer wieder welche, denen das alles zu viel ist. Einige brechen dann ab. Manche machen sich auch über uns lustig. Das ist für uns als Darsteller sehr anstrengend. Man versteht ja, dass das nur die Unsicherheit ist, aber trotzdem muss man damit umgehen.
 
EV: Wie verändert das Stück Sie selbst?
Pikart: Ich kann an Obdachlosen nicht mehr einfach so vorbeigehen. Oft heißt es: Der ist ja selber schuld. Aber geht es denn überhaupt um Schuld? Nicht jeder Mensch ist zu jedem Zeitpunkt so stark, dass er immer die richtigen Entscheidungen trifft.

 

Hoch, höher, Holz

Hamburg wird wieder einen Rekord reicher: Am Baakenhafen in der HafenCity soll Deutschlands höchstes Holzhaus entstehen. Bislang sieht die neue Bauordnung bei Holzhäusern nur fünf bis sieben Geschosse vor, Stichwort Brandschutz, und selbst das hat die Bürgerschaft noch nicht abgesegnet. Die »Wildspitze« soll nun sogar 18 Stockwerke emporragen – sofern die Baubehörde den Entwurf im Baugenehmigungsverfahren durchgehen lässt. Als Prestigeobjekt zählt der Bau trotzdem, nicht nur aufgrund der schieren Höhe: Holz gilt als Baustoff der Zukunft, weil nachwachsend. Zudem lassen sich die Holzbauteile vorfertigen und flugs montieren – das spare Kohlendioxidemissionen, verkündeten die Planer und Bauherren, unter ihnen neben der Hamburger Garbe Immobilien-Projekte GmbH und den Hamburger Architekten Störmer Murphy and Partners auch die Deutsche Wildtierstiftung. »Mit der Wildspitze bringen wir die Natur und ihre Wildtiere in die Stadt«, kündigte deren Vorstand Fritz Vahrenholt an. Keiler am Kai also und Wolfsrudel im Lohsepark? Nein. In den Obergeschossen des Holztowers ist auch kein Insektenhotel geplant, sondern die Stiftungsbüros. Aber weiter unten sollen eine multimediale Wildtierausstellung und Deutschlands erstes Naturfilmkino entstehen. Zwischendrin: Wohnungsbau, ein Drittel öffentlich gefördert. Beispielhaft also für das moderne Quartier Elbbrücken – und eine Bereicherung für ganz Hamburg, wie HafenCity-Geschäftsführer Jürgen Bruns-Berentelg findet. Nun gilt es – neben anderen baurechtlichen Details – nur noch sicherzustellen, dass die gläserne Fassadenhaut genügt und nicht eines Tages die Hütte brennt.       ANZEIGE Anzeige: Küchengeheimnis Fleischlose Kunst
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In der vergangenen Woche verlieh der Guide Michelin nicht nur seine Sterne, sondern auch den „Bib Gourmand“, eine Auszeichnung für gute, häufig regional geprägte Küchen mit einem besonders günstigen Preis-Leistungs-Verhältnis. 19 Restaurants in Hamburg werden aufgeführt – mehr als in allen anderen deutschen Städten. Auch das Heimatjuwel in Eimsbüttel gehört dazu, ein edel-schlicht eingerichtetes Lokal. Einziger Stilbruch: eine Holzplanke hinter dem Tresen, wohl sinnbildlich dafür, worum es hier geht – das Spiel mit der Konvention. Was in der Inneneinrichtung perfekt funktioniert, gelingt auf dem Teller nicht immer. So überrascht die warme, leicht angebratene Blutwurst zu dem Feldsalat, in der Masse ist es aber recht wurstlastig. Beim zweiten Gang des dreigängigen Lunchmenüs (20 Euro) korrespondieren Rotkraut, Kartoffelkloß (großartig!) und das aromatische Hirschgulasch wunderbar miteinander, doch in seiner Gesamtheit kommt das Essen auf dem hübschen Geschirr sehr deftig daher. Und beim Nachtisch, geeiste Marzipanmousse im Rechteck, beeindruckt mehr das Aussehen als der vorwiegend sahnige Geschmack. Gleichwohl: Es ist spannend, was Marcel Görke anrichtet.

Eimsbüttel, Heimatjuwel, Stellinger Weg 47, Mittagstisch Mi–Fr 12–14 Uhr
 

Elisabeth Knoblauch

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»Die Zauberflöte« Regie Jette Steckel, Bühne Florian Lösche.
Diese Oper ist ein Theater der Welt und ab 24. November in der Staatsoper Hamburg wieder zu erleben. Mit Familien-Card zahlen Kinder 10,- €.
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Mehr erfahren >>         Was geht   »Herbstfest mit Forscher: Igel schlummern neben dem Biotop, Blumenzwiebeln erwarten unter der Erde den Frühling – das Projekt »Ökologie im Stadtpark« hat die grüne Oase perfekt auf den Winter vorbereitet. Um die vielen ehrenamtlichen Helfer zu feiern, lädt der Stadtparkverein zum Herbstfest ein. Schüler der Stadtteilschule Winterhude und Naturforscher der Kita Villa Luna präsentieren Forschungsergebnisse, etwa eine Karte des Parks mit allen ansässigen Tieren und Pflanzen.
Sierichsches Forsthaus, Otto-Wels-Straße 3, ab 17 Uhr»Galerie in Licht und Schatten: Nachts im Museum erwachen ausgestopfte Tiere und Zinnsoldaten – ob »Nachts allein im Atelier« Figuren aus Gemälden springen? Künstler der Evelyn Drewes Galerie zeigen bei dem Event neue Arbeiten, im Fokus steht zeitgenössische Malerei. Spannend ist nach Anbruch der Abenddämmerung vor allem der Lichteinfall: Die Kreativen nutzen ihn in den Ausstellungsräumen, wissen, wohin das Auge des Betrachters zuerst blickt. »Sich diese Räume zu teilen und so eine sanfte Harmonie der künstlerischen Positionen zu schaffen ist Teil des Konzepts«, erklären die Veranstalter.
Evelyn Drewes Galerie, Burchardstraße 14, Vernissage heute ab 18 Uhr, Ausstellung 24.11.17–20.1.18»Mini-Festival: Die dänische Jazz- und Folkszene stürmt die Reeperbahn! Gleich fünf Bands stellen sich unter der Überschrift »Danish Vibes« dem Hamburger Publikum. Dazu zählt Ida Wenøe, die Kritikern zufolge »mit engelsgleicher Stimme und eisigem Timbre ihren Sound zwischen Americana, Singer-Songwriter und Folk« findet. Die Supergroup Kalaha hingegen kombiniert Einflüsse aus westafrikanischem Funk mit Elektro, während Mads Mathias mit Charme und Saxofon Jazz in den Saal schickt.
Kukuun & Häkken, Spielbudenplatz 21–22, 10 Uhr, 14 Euro»Wirtschaftskunst: Was haben ADAC, Sparkasse, Vattenfall und Hotels gemein? Sie zeigen Kunst, viel Kunst! Unter dem Titel »add art« verknüpfen sie Kreatives und Wirtschaft. Zu sehen sind alte Sammlungen, aber auch Werke von Studierenden der Hochschule für Angewandte Wissenschaften. Die Kanzlei vangard etwa präsentiert Nachwuchskunst von Pauline Munique und Marlen Schulz: Leuchtfarben, Geometrie, Motive aus Design und Ästhetik. Bei einer Podiumsdiskussion steht ergänzend die Frage im Raum: Wie (un)abhängig darf Kunst sein? »Zwischen Mission und Kommerz den richtigen Weg finden«.
Ausstellungen: Verschiedene Orte, Do–So, Termine für kostenlose Führungen finden Sie online;
Podiumskussion: Handelskammer, Adolphsplatz 6, 19 Uhr   Tipps für Kids   »MiniMediMaxi: Es duftet nach Maronen und frischem Brot, Kinder jauchzen auf Kutsche, Bungee-Trampolin oder Karussell. Der Weihnachtsmarkt auf Gut Basthorst feiert im Dezember mit Hoftieren, Märchenwerkstatt und Backstube die Winterzeit. Dieses Wochenende lädt er schon mal ein zum vorweihnachtlichen Basar. Extraservice: Eltern lassen Kinder ab vier Jahren für zwei Stunden betreuen, kosten derweil Glühwein oder shoppen Handgearbeitetes.
Gut Basthorst, Auf dem Gut 3, Basthorst, Basar: Fr–So 11–19 Uhr; Weihnachtsmarkt: an allen Adventswochenenden, 5 Euro, Gäste unter 16 Jahren frei»Medi: Um ein echter Jedi zu werden, müssen Anwärter die Macht in sich spüren. Das »Star Wars Special« der Bücherhalle Fuhlsbüttel prüft Kids ab fünf Jahren an verschiedenen Stationen und bei Bastelaktionen. Kurz vorm Start von »Star Wars 8 – Die letzten Jedi« klingt das nach dem perfekten Freitagsplan.
Bücherhalle Fuhlsbüttel, Ratsmühlendamm 23, 15–17 Uhr, Eintritt frei»Maxi: Müll macht Musik – Bananenschalen zum Beispiel klingen, fügen sich mit Blechbüchsen zu einem ganzen Musikstück. Verrückt? Funktioniert aber. Kids ab acht Jahren tüfteln bei »[email protected]: Woher kommt der Ton?« als Nachwuchs-DJs mit digitalen Medien, Plattentellern – und Bananenschalen.
Kinderbibliothek Hamburg, Hühnerposten 1, Sa, 14–17 Uhr, Eintritt frei       Hamburger Schnack  An einem Donnerstag frühmorgens im Zeitschriften- und Buchladen im Hamburger Flughafen auf der Suche nach der ZEIT. Frage an einen Ladenmitarbeiter: »Haben Sie die ZEIT?« Antwort: »Nein, habe leider keine Uhr dabei.«

Gehört von Wolfgang Schultz         Anzeige ZEIT für die gute Schule Kostenlos DIE ZEIT
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Foto: Ani Bal

Vor zwei Tagen fragten wir an dieser Stelle nach dem Namen der abgebildeten Pflanze. 13 von Ihnen identifizierten das Gewächs als Zierapfel. Klingt eindeutig. Danke!
 
Das war sie wieder, die Elbvertiefung. Wollen Sie uns Ihre Meinung sagen, wissen Sie etwas, über das wir berichten sollten? Schreiben Sie uns: [email protected]

Ich wünsche Ihnen einen schönen Tag. Morgen lesen wir uns wieder, wenn Sie mögen!

Ihr
Mark Spörrle  PS: Gefällt Ihnen unser Letter, leiten Sie ihn gern weiter. Haben Sie ihn weitergeleitet bekommen, melden Sie sich ganz einfach und unverbindlich an unter www.zeit.de/elbvertiefung. Dann schicken wir Ihnen die neue Elbvertiefung, solange Sie wollen, immer montags bis freitags ab 6 Uhr.
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